Bei strahlendem Herbstwetter traf sich am Samstag, den 11. Oktober, eine erfreulich große Gruppe interessierter Bürgerinnen und Bürger auf dem Hörnle zur Inforadfahrt im Simmozheimer Gerechtigkeitswald. Ziel war es, sich vor Ort ein Bild von dem Gebiet WC 4 zu machen, das der Regionalverband Nordschwarzwald als Windvorranggebiet ausweisen möchte.
Vom Hörnle aus bot sich bei klarer Fernsicht ein eindrucksvoller Blick über den Gerechtigkeitswald sowie auf die bereits bestehenden Windenergieanlagen auf dem Kälbling bei Bad Wildbad-Calmbach und in Straubenhardt.
Der Vereinsvorsitzende Klemens Schmiederer begrüßte die Teilnehmenden und führte in das Thema ein:
„Wie können wir uns diesen besonderen Wald erhalten – angesichts der Planungen zu WC 4?“
Im Mittelpunkt stand der Bürgerentscheid am 8. März 2026, bei dem entschieden wird, ob die im Eigentum der Gemeinde Simmozheim befindliche Fläche an Investoren verpachtet werden soll. Über die endgültige Festlegung der Windvorrangflächen – darunter auch WC 4 – entscheidet der Regionalverband Nordschwarzwald. Laut jüngsten Presseberichten wird diese Entscheidung jedoch voraussichtlich erst im Frühjahr 2026 fallen.
Anhand von Karten und Übersichtsplänen wurden die Grenzen der Gemarkung, die Eigentumsflächen von Gemeinde und ForstBW, die Regionalplanung sowie mögliche Zuwegungenerläutert. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden verschiedene Aspekte rund um das geplante Vorranggebiet, darunter:
• Zweifel an der ausreichenden Windhäufigkeit
• eine kürzlich erfolgte Überfliegung des Gerechtigkeitswaldes durch ein Vermessungsflugzeug
• die Sinnhaftigkeit eines weiteren Windenergieausbaus ohne Energiespeicherlösungen und ohne Zusagen der Netzbetreiber
• die Lage im Wasserschutzgebiet „Allmendle/Höll“
• mögliche Beeinträchtigungen durch Schall, Schlagschatten und Nachtbefeuerung
• sowie Defizite im Umweltbericht zu WC 4, insbesondere im Hinblick auf sumpfige Bereiche, Gewässer und geschützte Arten.
Die anschließende Fahrradtour führte bei Sonnenschein entlang der Grenzen des geplanten Vorranggebiets und durch ökologisch wertvolle Bereiche des Gerechtigkeitswaldes. Haltepunkte waren u. a.:
• der großflächige Holzeinschlag des ForstBW im Nordosten des Waldes
• der Waldkindergarten Unterhaugstett (rund 70 Kinder, 30 Mitarbeitende) mit der Frage nach der künftigen Waldpädagogik
• sowie die Ausgleichsmaßnahmen A 14 a und A 14 c der Gemeinde Simmozheim für das Baugebiet „Mittelfeld“.
Zum Abschluss traf sich die Gruppe im Mönchswasen, wo noch lange weiterdiskutiert wurde. In angenehmer Atmosphäre bestand Gelegenheit, Eindrücke auszutauschen und sich über die weiteren Schritte zu informieren. Viele Teilnehmende äußerten den Wunsch, die Gespräche fortzusetzen und sich auch künftig regelmäßig einzubringen.
Walderhalt e. V.
Für den Erhalt des Simmozheimer Gerechtigkeitswaldes und den Schutz unseres Trinkwassers.























