FAQ – das sollten Sie wissen
Was steckt dahinter – und warum ist das fürs Grund- und Trinkwasser relevant
PFAS („per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen“) sind eine große Stoffgruppe, die wegen ihrer sehr stabilen chemischen Struktur als „Ewigkeitschemikalien“ gilt: Viele PFAS bauen sich in der Umwelt nur langsam ab und können sich dadurch langfristig anreichern. [1]
Wo können PFAS bei Windkraftanlagen eingesetzt werden?
PFAS sind nicht der Hauptbaustoff einer Windkraftanlage, kommen aber in spezialisierten Anwendungen vor – überall dort, wo hohe Beständigkeit gegen Witterung, Chemikalien und Reibung gefragt ist. In der EU-Bewertung zur geplanten PFAS-Beschränkung werden für den
Energiesektor u. a. ausdrücklich genannt:
• Beschichtungen an Windturbinen-Rotorblättern (z. B. als funktionale Oberflächen-/Schutzschichten) [2]
• Schmierstoffe, z. B. für Windturbinen [3]
• außerdem typische PFAS-Anwendungen wie Dichtungen (O-Ringe, Dichtungen, Auskleidungen) und technische Bauteile, die in Energieanlagen insgesamt vorkommen können [4]
Warum können PFAS schnell ins Grundwasser gelangen?
Für den Wasserschutz ist entscheidend: Ein Teil der PFAS ist sehr mobil. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass einige PFAS gut wasserlöslich sind, im Boden kaum zurückgehalten werden und deshalb schnell das Grundwasser erreichen können. Besonders kritisch in Wasserschutzgebieten. [5]
Welche EU-Grenzwerte gelten im Trinkwasser?
In der EU sind seit 12. Januar 2026 zwei PFAS-Parameter im Trinkwasser verbindlich:
- „PFAS Total“: 0,0005 mg/L
- „Sum of PFAS“: 0,0001 mg/L (Summe von 20 definierten PFAS) [6]
Gesundheitsrisiken
PFAS können – je nach Stoff – über Trinkwasser, Nahrung und Staub in den Körper gelangen. Viele dieser Stoffe werden nur sehr langsam ausgeschieden und können sich daher über Jahre im Körper anreichern. In Studien werden PFAS mit Störungen des Immunsystems (z. B. schwächere Impfantwort), erhöhten Blutfettwerten (Cholesterin) sowie Belastungen von Leber und Schilddrüse in Verbindung gebracht. Bei einzelnen PFAS gibt es zudem Hinweise auf Entwicklungsrisiken (z. B. in Schwangerschaft und Kindheit). Für zwei besonders bekannte Vertreter gelten internationale Einstufungen: PFOA wird als krebserregend für Menschen eingestuft, PFOS als möglicherweise krebserregend. [7,8]
Quellenverzeichnis
[1] PFAS-Restriktionsdossier (Zusammenfassung „updated PFAS restriction dossier“, REACHCLP-Biozid Helpdesk) – Persistenz/„non-threshold“-Charakter.[2] PFAS-Restriktionsdossier, Abschnitt „Sealing applications“: „wind-turbine blade coatings“.[3] PFAS-Restriktionsdossier, Abschnitt „Energy“: „Lubricants e.g. for wind turbines“.[4] PFAS-Restriktionsdossier, „Sealing applications“ (FPs/PFPEs für O-Ringe, Dichtungen etc.) und Energie-Bezüge.[5] Umweltbundesamt (UBA), „PFAS“ (PDF): Mobilität, Wasserlöslichkeit, schneller Grundwasserpfad.[6] Europäische Kommission: Trinkwasser – PFAS-Parameter und verbindliche Grenzwerte seit 12.01.2026.[7] EFSA (2020): PFAS-Bewertung und TWI (u. a. Immunwirkung/Impfantwort).[8] IARC/WHO: Einstufung PFOA (Gruppe 1) und PFOS (Gruppe 2B).
Anmerkung: 1 Liter Mineralöl verunreinigt ca. 1 Mio Liter Grundwasser. Wer will dafür die Verantwortung übernehmen.
Unser gesamtes Trinkwasser aus unserer Tiefbrunnenquelle Allemendle/Höll stammt aus dem Wasserschutzgebiet im Gerechtigkeitswald. Deshalb sind Windräder eine unkalkulierbare Gefahr für unser Trinkwasser-Versorgung. Beim Bau drohen Schadstoffeinträge durch Beton, Öle oder Chemikalien. Bodenversiegelung und Erschütterungen können Grundwasserströme verändern. Und es ist nicht auszuschließen, dass austretende Schmierstoffe aus Turbinen ins Grundwasser gelangen. Unsere Förster müssen per Verordnung mit biologisch abbaubaren Ketten- und Hydraulikölen arbeiten. Bei acht Windräder werden wir ca. 10 000 l Mineralöl in 160 m Höhe haben. Ein nicht kalkulierbares Risiko für unser Grundwasser.
Nein. Unsere Region ist ein so genanntes Schwachwindgebiet. In einem Schwachwindgebiet mitten im Wald Windräder zu bauen, ist widersinnig: Die Anlagen liefern nicht genügend Energie, zerstören jedoch wertvolle Natur. Unser Wald muss gerodet, Wege angelegt, der Boden verdichtet und Tiere vertrieben werden – für nur geringen Stromertrag. Statt sinnvoller Energienutzung entstehen hohe Kosten, Eingriffe ins Ökosystem und dauerhafte Landschaftsschäden. Nutzen und Schaden stehen in keinem Verhältnis. Unser Gerechtigkeitswald liegt zudem in einer Senke, und das Gelände steigt in Richtung Hörnle nochmals um ca. 60 m an. Damit ist die mittlere Windgeschwindigkeit unter der Ertragsschwelle. Die bereits in Betrieb befindlichen Windparks (Straubenhardt, Simmersfeld) sind ca. 20 % unter der vorherberechneten Stromleistung. Der Windatlas von Baden Württemberg ist im Schnitt 15 – 20% zu optimistisch.
Ja, und zwar sehr deutlich. Windräder sind in der Dunkelheit mit grellen roten Blinklichtern befeuert, um Flugzeuge zu warnen. Sie blinken im 2-Sekunden-Takt. Das bedeutet eine dauerhafte Lichtbelastung: Die Nächte sind nicht mehr dunkel, der Schlaf wird gestört, die Landschaft wirkt wie ein Industriegebiet. Viele Menschen empfinden das Blinken als extrem störend, denn es ist unruhig und unnatürlich, und gerade der Erholungswert in einem ländlichen Raum wie bei uns sinkt erheblich.
Ja, und zwar sehr störend. Windräder verursachen erheblichen Lärm. Das gleichmäßige Wummern der Rotorblätter belastet die Anwohner und nicht nur sie: Noch in großer Entfernung wird das ständige Rauschen als störend empfunden. Besonders nachts und im Sommer stört es den Schlaf und führt zu Stress und Konzentrationsproblemen. Zusätzlich strahlen Windenergieanlagen niederfrequenten Infraschall aus. Für einen Teil von uns Menschen kann der sehr belastend sein, auch wenn man ihn nicht hört.
Windräder im Wald stören die Ruhe der Tiere erheblich. Rotorengeräusche, Vibrationen und Schattenwurf wirken auf sie bedrohlich, besonders auf Vögel, Fledermäuse und andere Wildtiere. Ihre Rückzugsräume verschwinden, Brutplätze werden gemieden, es kommt zur Kollision mit den Rotorblättern. Durch Windräder, insbesondere große Windparks verliert der Wald seine Funktion als Rückzugsort, und das ökologische Gleichgewicht wird irreparabel geschädigt.
Windräder zerstören das gewachsene Landschaftsbild: Riesige Türme und Rotorblätter mit einer Spannweite von 166 – 175 m dominieren die Aussicht, einst idyllische Horizonte wirken industrialisiert. Wo zuvor Felder, Wälder oder Hügel harmonisch wirkten, bestimmen jetzt technische Giganten den Blick. Heimatgefühl geht verloren, Erholung, Tourismus und Naturästhetik leiden stark, und charakteristische Kulturlandschaften verschwinden hinter monotonen Maschinenstrukturen.
Nein. In einem gesunden, vielfältigen Wald Windräder zu errichten, ist widersprüchlich und sinnlos: Man zerstört genau das, was man schützen soll – Natur, Artenvielfalt und Klima. Wälder binden ca. 8-14 t CO₂/ha im Jahr. Werden sie für Windkraft geopfert, verliert der Schutzstatus jede Glaubwürdigkeit. Minimaler regenerativer Energiegewinn entsteht, doch die ökologischen Schäden überwiegen und hinterlassen irreparable Verluste.
Moderne Windräder erreichen heute Höhen von über 260 Metern. Damit sind sie höher als der Stuttgarter Fernsehturm und erreichen das Niveau des Pariser Eiffelturms. Sie dominieren die Umgebung und lassen selbst Baumgiganten winzig und bedeutungslos erscheinen. Windräder wirken wie technische Monumente und prägen das Landschaftsbild. Davon sollen im Umkreis von Simmozheim bis zu 11 solcher Industrie-Eiffeltürme gebaut werden.
Sehr viel. Ein Windrad benötigt ca. 1 ha Wald, inklusive Zufahrtswege und Kranstellplatz. Ein Fußballfeld hat ca. 0,7 ha. Allein die möglichen 8 Windräder benötigen eine gerodete und verdichtete Fläche von ca. 11 Fußballplätzen. Hinzu kommen Zufahrtswege von 6 – 8 m Breite, oft auf einer Länge von mehreren hundert Metern, sowie Baustellenflächen. Dafür werden oft tausende von Quadratmetern Wald gerodet, Bäume gefällt, Unterholz entfernt, der Boden verdichtet und Tiere vertrieben. Das Ökosystem erleidet Schäden, die nur langfristig, im schlimmsten Fall gar nicht zu reparieren sind
Die Bauzeit beträgt in der Regel 6 bis 12 Monate. Während dieser Zeit sind Anwohner erheblichen Belastungen ausgesetzt, etwa durch Baulärm von Baggern, Kränen und Lastwagen. Hinzu kommt der Verkehr durch Schwertransporte. Zufahrtswege werden freigelegt, Absperrungen stören die Umgebung. Insgesamt bringt der Bau von Windrädern erhebliche Unruhe in eine Region.
Es profitieren nur die Betreiber durch subventionierte Einspeisevergütungen und Investitionshilfen. Gewinne können nur durch die hohe Subvention, bis zu 11 Cent pro KWh, erzielt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Kommunen und private Grundstückseigentümer Pachteinnahmen und Gewerbesteuer ab dem 15. Betriebsjahr erhalten. Für Schäden durch die Windenergieanlagen haftet letztendlich immer der Eigner des Geländes, sprich die Kommune, falls der Betreiber finanzielle Probleme hat . Die Bürgerinnen und Bürger dagegen tragen die Belastungen durch Lärm und Landschaftsveränderung. Kritiker bemängeln daher eine ungleiche Verteilung: Gewinne konzentrieren sich bei wenigen, während Eingriffe in die Natur und Beeinträchtigungen durch Lärm, Schattenwurf und Blinklichter breit getragen werden.

