11 Fragen – 11 Antworten
1. Kann man Windräder hören?
Ja, und zwar sehr störend. Windräder verursachen erheblichen Lärm. Das gleichmäßige Wummern der Rotorblätter belastet die Anwohner und nicht nur sie: Noch in großer Entfernung wird das ständige Rauschen als störend empfunden. Besonders nachts stört es den Schlaf und führt zu Stress und Konzentrationsproblemen. Zusätzlich strahlen Windenergieanlagen niederfrequenten Infraschall aus. Für einen Teil von uns Menschen kann der sehr belastend sein, auch wenn man ihn nicht hört.
2. Sieht man die Windräder bei Dunkelheit?
Ja, und zwar sehr deutlich. Windräder sind in der Dunkelheit mit grellen roten Blinklichtern befeuert, um Flugzeuge zu warnen. Sie blinken im 2-Sekunden-Takt. Das bedeutet eine dauerhafte Lichtbelastung: Die Nächte sind nicht mehr dunkel, der Schlaf wird gestört, die Landschaft wirkt wie ein Industriegebiet. Viele Menschen empfinden das Blinken als extrem störend, denn es ist unruhig und unnatürlich, und gerade der Erholungswert in einem ländlichen Raum wie bei uns sinkt erheblich.
3. Fühlen sich die Tiere durch Windräder gestört?
Windräder im Wald stören die Ruhe der Tiere erheblich. Rotorengeräusche, Vibrationen und Schattenwurf wirken auf sie bedrohlich, besonders auf Vögel, Fledermäuse und andere Wildtiere. Ihre Rückzugsräume verschwinden, Brutplätze werden gemieden, es kommt zur Kollision mit den Rotorblättern. Durch Windräder, insbesondere große Windparks verliert der Wald seine Funktion als Rückzugsort, und das ökologische Gleichgewicht wird irreparabel geschädigt.
4. Wie verändern Windräder unsere vertraute Landschaft?
Windräder zerstören das gewachsene Landschaftsbild: Riesige Türme und Rotorblätter mit einer Spannweite von 166 – 175 m dominieren die Aussicht, einst idyllische Horizonte wirken industrialisiert. Wo zuvor Felder, Wälder oder Hügel harmonisch wirkten, bestimmen jetzt technische Giganten den Blick. Heimatgefühl geht verloren, Erholung, Tourismus und Naturästhetik leiden stark, und charakteristische Kulturlandschaften verschwinden hinter monotonen Maschinenstrukturen.
5. Ist es sinnvoll, mitten im Wald Windräder zu bauen?
Nein. In einem gesunden, vielfältigen Wald Windräder zu errichten, ist widersprüchlich und sinnlos: Man zerstört genau das, was man schützen soll – Natur, Artenvielfalt und Klima. Wälder binden ca. 8-14 t CO₂/ha im Jahr. Werden sie für Windkraft geopfert, verliert der Schutzstatus jede Glaubwürdigkeit. Minimaler regenerativer Energiegewinn entsteht, doch die ökologischen Schäden überwiegen und hinterlassen irreparable Verluste.
6. Wie hoch sind moderne Windräder?
Moderne Windräder erreichen heute Höhen von über 260 Metern. Damit sind sie höher als der Stuttgarter Fernsehturm und erreichen das Niveau des Pariser Eiffelturms. Sie dominieren die Umgebung und lassen selbst Baumgiganten winzig und bedeutungslos erscheinen. Windräder wirken wie technische Monumente und prägen das Landschaftsbild. Davon sollen im Umkreis von Simmozheim bis zu 11 solcher Industrie-Eiffeltürme gebaut werden.
7. Weht bei uns überhaupt genug Wind?
Nein. Unsere Region ist ein so genanntes Schwachwindgebiet. In einem Schwachwindgebiet mitten im Wald Windräder zu bauen, ist widersinnig: Die Anlagen liefern nicht genügend Energie, zerstören jedoch wertvolle Natur. Unser Wald muss gerodet, Wege angelegt, der Boden verdichtet und Tiere vertrieben werden – für nur geringen Stromertrag. Statt sinnvoller Energienutzung entstehen hohe Kosten, Eingriffe ins Ökosystem und dauerhafte Landschaftsschäden. Nutzen und Schaden stehen in keinem Verhältnis. Unser Gerechtigkeitswald liegt zudem in einer Senke, und das Gelände steigt in Richtung Hörnle nochmals um ca. 60 m an. Damit ist die mittlere Windgeschwindigkeit unter der Ertragsschwelle.
8. Wie viel Platz braucht so ein Windrad?
Sehr viel. Ein Windrad benötigt ca. 1 ha Wald, inklusive Zufahrtswege und Kranstellplatz. Ein Fußballfeld hat ca. 0,7 ha. Allein die möglichen 8 Windräder benötigen eine gerodete und verdichtete Fläche von ca. 11 Fußballplätzen. Hinzu kommen Zufahrtswege von 6 – 8 m Breite, oft auf einer Länge von mehreren hundert Metern, sowie Baustellenflächen. Dafür werden oft tausende von Quadratmetern Wald gerodet, Bäume gefällt, Unterholz entfernt, der Boden verdichtet und Tiere vertrieben. Das Ökosystem erleidet Schäden, die nur langfristig, im schlimmsten Fall gar nicht zu reparieren sind.
9. Wie lang ist eigentlich die Bauzeit eines Windrads?
Die Bauzeit beträgt in der Regel 6 bis 12 Monate. Während dieser Zeit sind Anwohner erheblichen Belastungen ausgesetzt, etwa durch Baulärm von Baggern, Kränen und Lastwagen. Hinzu kommt der Verkehr durch Schwertransporte. Zufahrtswege werden freigelegt, Absperrungen stören die Umgebung. Insgesamt bringt der Bau von Windrädern erhebliche Unruhe in eine Region.
10. Wer profitiert von einem Windrad?
Es profitieren nur die Betreiber durch subventionierte Einspeisevergütungen und Investitionshilfen. Gewinne können nur durch die hohe Subvention, bis zu 11 Cent pro KWh, erzielt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Kommunen und private Grundstückseigentümer Pachteinnahmen erhalten. Für Schäden durch die Windenergieanlagen haftet letztendlich immer der Eigner des Geländes, sprich die Kommune. Die Bürgerinnen und Bürger dagegen tragen die Belastungen durch Lärm und Landschaftsveränderung. Kritiker bemängeln daher eine ungleiche Verteilung: Gewinne konzentrieren sich bei wenigen, während Eingriffe in die Natur und Beeinträchtigungen durch Lärm, Schattenwurf und Blinklichter breit getragen werden.
11. Ist unsere Trinkwasser-Versorgung durch Windräder gefährdet?
Ja. Unser gesamtes Trinkwasser stammt aus Quellen im Gerechtigkeitswald. Deshalb sind Windräder eine unkalkulierbare Gefahr für unser Trinkwasser-Versorgung. Beim Bau drohen Schadstoffeinträge durch Beton, Öle oder Chemikalien. Bodenversiegelung und Erschütterungen können Grundwasserströme verändern. Und es ist nicht auszuschließen, dass austretende Schmierstoffe aus Turbinen ins Grundwasser gelangen.

